Zu den empfohlenen Prüfberichten für titanbearbeitete CNC-Teile können Materialzertifikate, Maßprüfberichte, KMG-Berichte (Koordinatenmessgeräte), Gewindeprüfprotokolle, Oberflächenrauheitsberichte, Erstmusterprüfberichte (FAI), Verifizierungen der Oberflächenbehandlung und bei Bedarf Chargenrückverfolgbarkeitsaufzeichnungen gehören. Aus ingenieurtechnischer Sicht hängt das richtige Prüfpaket vom Anwendungsrisiko, kritischen Maßen, der erforderlichen Rückverfolgbarkeit sowie davon ab, ob das Teil für Prototypen, Kleinserien oder die Serienfertigung im Rahmen der Qualitätskontrolle bei der Titanbearbeitung bestimmt ist.
Bericht oder Aufzeichnung | Hauptzweck |
|---|---|
Materialzertifikat | Bestätigt die Titanlegierung, die Chargenidentität und die Materialherkunft |
Maßprüfbericht | Überprüft allgemeine Maße und definierte kritische Merkmale |
KMG-Bericht | Validiert komplexe Geometrien, GD&T und wichtige Montagemerkmale |
Gewindeprüfprotokoll | Bestätigt Gewindebohrungen, Verbindungsschnittstellen für Befestigungselemente und Anschlussmerkmale |
Oberflächenrauheitsbericht | Prüft Dichtflächen, Reibungsbereiche, medizinische Oberflächen oder kosmetische Anforderungen |
Erstmusterprüfbericht (FAI) | Unterstützt die Freigabe des Erstmusters vor der Kleinserien- oder Serienfreigabe |
Verifizierung der Oberflächenbehandlung | Bestätigt Passivierung, Eloxieren, Polieren oder andere erforderliche Nachbearbeitungszustände |
Chargenrückverfolgbarkeitsaufzeichnung | Unterstützt die Rückverfolgbarkeit in der Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt oder bei langfristiger Serienproduktion |
Für Titanteile ist das Materialzertifikat in der Regel eines der wichtigsten Qualitätsdokumente, da es die Legierungsqualität und die Chargenrückverfolgbarkeit bestätigt. Dies ist besonders wichtig, wenn das Teil aus Ti-6Al-4V, ELI oder einer anderen kontrollierten Legierung gefertigt wird, die in regulierten oder Hochleistungsanwendungen zum Einsatz kommt.
Ein standardmäßiger Maßprüfbericht eignet sich für die Überprüfung gewöhnlicher Merkmale, ein KMG-Bericht ist jedoch angemessener, wenn das Teil komplexe Geometrien, GD&T, Präzisionsbohrungen, Dichtschnittstellen oder kritische Montagerasterpunkte umfasst. Bei Teilen mit höherer Präzision steht dies in engem Zusammenhang mit der Präzisionsbearbeitung und den Kontrollmethoden, die in der ISO-zertifizierten KMG-Qualitätssicherung beschrieben werden.
Wenn das Titanteil Gewindebohrungen, Befestigungsschnittstellen, Dichtflächen oder reibungskritische Oberflächen umfasst, können Gewindeprüfungen und Rauheitsverifizierungen empfohlen werden. Diese Berichte sind besonders nützlich, wenn das Teil direkt in medizinische, robotische, luft- und raumfahrttechnische oder industrielle Systeme montiert wird.
Ein FAI-Bericht wird häufig empfohlen, wenn das Titanprojekt vom Musterfreigabeprozess in die Kleinserien- oder laufende Serienproduktion übergeht. Er bestätigt, dass das erste freigegebene Teil mit der Zeichnung und der Prozessabsicht übereinstimmt, und hilft, das Risiko nachgelagerter Prozesse bei Wiederholungsbestellungen zu reduzieren.
Wenn das Titanteil eine Passivierung, Eloxierung, Politur oder einen anderen Finish-Schritt erfordert, sollte das gelieferte Qualitätspaket auch bestätigen, dass die erforderliche Nachbearbeitung korrekt durchgeführt wurde. Dies ist wichtig, da der Endzustand die Korrosionsbeständigkeit, das Erscheinungsbild, die Rauheit und die Gebrauchstauglichkeit beeinflussen kann. Aus diesem Grund prüfen Titanprojekte oft wichtige Nachbearbeitungstechniken für Titanteile gemeinsam mit dem Prüfplan.
Das richtige Prüfpaket hängt von der Anwendungsbranche ab, davon, ob das Teil in der Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrt eingesetzt wird, wie viele kritische Maße betroffen sind, ob das Teil Montage- oder Dichtfunktionen hat, ob eine Materialrückverfolgbarkeit erforderlich ist und ob es sich um einen Prototyp, eine Kleinserie oder eine Massenproduktion handelt. Projekte im Bereich der CNC-Bearbeitung von Medizinprodukten erfordern beispielsweise in der Regel eine stärkere Rückverfolgbarkeit und Disziplin bei der Dokumentation als allgemeine Industrieteile.
Um Lücken in der Angebotserstellung oder Lieferverzögerungen zu vermeiden, sollten die erforderlichen Qualitätsdokumente bereits in der Phase der Angebotsanfrage (RFQ) und nicht erst nach Produktionsbeginn definiert werden. Dies hilft, den Prüfplan mit der tatsächlichen Funktion des Teils in Einklang zu bringen und unterstützt einen umfassenderen Kontrollweg auf Basis der Qualitätskontrolle in der CNC-Bearbeitung.