Die Wärmebehandlung kann die Festigkeit, Härte, Verschleißfestigkeit und Ermüdungsbeständigkeit von wärmebehandelten CNC-Teilen aus Kohlenstoffstahl verbessern, kann jedoch auch zu Maßänderungen, Verzug und Schwankungen im endgültigen Oberflächenzustand führen. Bei Präzisionsteilen sollten Grobbearbeitung, Wärmebehandlung und Endbearbeitung als ein gemeinsamer Prozessweg und nicht als separate Schritte geplant werden.
Faktor der Wärmebehandlung | Auswirkung auf Teile aus Kohlenstoffstahl |
|---|---|
Abschrecken und Anlassen | Verbessert Festigkeit und Härte, kann jedoch auch Verzug verursachen |
Einsatzhärtung (Aufkohlen) | Erhöht die Oberflächenhärte und Verschleißfestigkeit für Zahnräder, Wellen und Verschleißteile |
Spannungsarmglühen | Reduziert Eigenspannungen und hilft, die Maßhaltigkeit zu verbessern |
Induktionshärtung | Härtet ausgewählte Verschleißflächen, ohne das gesamte Teil zu behandeln |
Zielhärte | Bestimmt den Wärmebehandlungsprozess und die Prüfmethode |
Schleifen nach der Wärmebehandlung | Stellt kritische Maße, Rundheit, Konzentrizität und Oberflächengüte wieder her |
Oberflächenbehandlung nach der Wärmebehandlung | Brünieren, Verzinken oder Phosphatieren müssen dem endgültigen Teilzustand entsprechen |
Der Hauptgrund für die Wärmebehandlung von Kohlenstoffstahl besteht darin, die Härte, Festigkeit, Verschleißfestigkeit oder Ermüdungslebensdauer zu verbessern. Sobald das Teil jedoch einem Abschrecken, Anlassen, Einsatzhärten oder einer Induktionshärtung unterzogen wird, können sich Größe und Geometrie verschieben. Dies ist besonders wichtig für Wellen, Bolzen, Buchsen, Zahnräder und Getriebeteile.
Für viele Teile ist der beste Weg zunächst die Grobbearbeitung, gefolgt von der Wärmebehandlung und schließlich der Endbearbeitung. Dies ermöglicht es dem Teil, die erforderlichen mechanischen Eigenschaften zu erlangen, bevor die kritischsten Abmessungen fertiggestellt werden. Bei Komponenten mit engeren Toleranzen wird dies oft durch CNC-Schleifen nach der Wärmebehandlung unterstützt.
Nicht alle Kohlenstoffstähle verhalten sich gleich. Die CNC-Bearbeitung von Stahl 1045 wird häufig verwendet, wenn eine moderate Wärmebehandlung und höhere Festigkeit erforderlich sind, während die CNC-Bearbeitung von Stahl 4140 oft für festere, abgeschreckte und angelassene Teile mit höheren Betriebsanforderungen gewählt wird.
Bei Präzisionsteilen sollte in der Zeichnung angegeben werden, ob die Endabmessungen vor oder nach der Wärmebehandlung geprüft werden, ob kritische Merkmale nach der thermischen Bearbeitung fertiggestellt werden und welcher Härtebereich erforderlich ist. Dies sollte mit den Toleranzen für die CNC-Bearbeitung und dem endgültigen Prüfplan abgestimmt werden.
Die Wärmebehandlung ist nicht nur ein Materialprozess. Sie stellt auch ein dimensionales Risiko dar. Deshalb sollten Härteprüfung, dimensionsbezogene Nachkontrolle und Geometriekontrolle gemeinsam überprüft werden. Dies steht im Einklang mit der Qualitätskontrolle in der CNC-Bearbeitung, insbesondere für Verschleißteile und mechanische Komponenten unter hoher Belastung.
Um Angebotsfehler und Prozessrisiken zu vermeiden, sollten Käufer den Typ der Wärmebehandlung, den Härtebereich, den Zustand für die Endprüfung, ob eine Finish-Bearbeitung nach der Wärmebehandlung erforderlich ist und ob Härteberichte benötigt werden, definieren. Dies hilft, den Bearbeitungsweg an die tatsächlichen Betriebsanforderungen anzupassen.