Um fertige, kundenspezifisch bearbeitete Teile präzise zu kalkulieren, sollten Kunden 3D-CAD-Dateien, 2D-Zeichnungen, Werkstoffgüte, Stückzahl, Toleranzanforderungen, Oberflächengüte, Anforderungen an Wärmebehandlung oder Beschichtung, Prüfanforderungen, Verpackungsanforderungen sowie den angestrebten Liefertermin bereitstellen. Aus ingenieurtechnischer und beschaffungstechnischer Sicht ist die Kalkulation fertiger Teile komplexer als die von reinen Bearbeitungsleistungen, da der Lieferant für den gesamten Prozessweg von der Bearbeitung bis zur finalen Lieferung durch Support für fertige, kundenspezifisch bearbeitete Teile verantwortlich ist.
RFQ-Informationen | Warum dies wichtig ist |
|---|---|
3D-CAD-Datei | Dient zur Bewertung der Geometrie, des Bearbeitungswegs und der Spannmethode |
2D-Zeichnung | Definiert Toleranzen, Bezüge, Gewinde, Rauheit und technische Hinweise |
Werkstoffgüte | Bestimmt die Materialbeschaffung, die Bearbeitungsstrategie und die Kosten |
Stückzahl | Beeinflusst den Stückpreis, die Terminplanung und die Chargenplanung für die Nachbearbeitung |
Oberflächengüte | Legt Verfahren wie Eloxieren, Strahlen, Polieren, Passivieren oder ähnliche Prozesse fest |
Beschichtung oder Wärmebehandlung | Beeinflusst das Maßallowance, die Leistungsfähigkeit und die Durchlaufzeit |
Prüfanforderungen | Definiert den Bedarf an KM-Messungen, Erstmusterprüfbericht (FAI), Zertifikaten und Versandberichten |
Verpackungsanforderungen | Verhindert Kratzer, Chargenvermischung, Verformung oder Kontamination |
Liefertermin | Steuert den Produktionszeitplan und die Versandplanung |
Ein solides 3D-Modell ist notwendig, um die Bearbeitbarkeit, den Werkzeugzugang und die Aufspannmethode zu prüfen. Die 2D-Zeichnung ist ebenso wichtig, da sie durch Toleranzen, Bezüge, Gewindedefinitionen, Oberflächenrauheit und technische Hinweise die Fertigungsabsicht steuert. Ohne beide Dateien kann das Angebot kritische Fertigungsdetails übersehen. Dies entspricht auch dem umfassenderen Workflow für CNC-Bearbeitungsangebote.
Für standardmäßige bearbeitete Teile reichen Geometrie und Werkstoff oft für eine erste Schätzung aus. Bei fertigen Teilen müssen Kunden jedoch auch die Nachbearbeitung klar definieren. Dazu gehören Oberflächengüte, Beschichtung, Wärmebehandlung sowie alle Anforderungen an Erscheinungsbild oder Funktion nach der Bearbeitung. Werden diese nicht bereits in der RFQ-Phase definiert, können wesentliche Kosten- und Zeitfaktoren übersehen werden.
Oberflächenbehandlung ist nicht nur ein kosmetisches Merkmal. Sie kann Korrosionsbeständigkeit, Rauheit, Passgenauigkeit, Beschichtungsdicke und die finale Nutzbarkeit beeinflussen. Kunden sollten klar angeben, ob das Teil eloxiert, poliert, passiviert, gestrahlt, galvanisiert oder anderweitig nachbehandelt werden muss, damit der Prozess korrekt kalkuliert werden kann. Deshalb müssen Oberflächengüten von CNC-bearbeiteten Teilen als Bestandteil des gesamten Teilangebots betrachtet und nicht erst nachträglich hinzugefügt werden.
Angebote für fertige Teile sollten auch Erwartungen hinsichtlich Prüfung und Verpackung enthalten. Wenn das Projekt KM-Berichte, Erstmusterprüfberichte (FAI), Materialzertifikate, optische Prüfungen oder Versanddokumente erfordert, sollten diese Anforderungen im Voraus angegeben werden. Gleiches gilt für Verpackungsanweisungen, insbesondere wenn das Teil kosmetische Oberflächen, beschichtete Bereiche oder Präzisionsmerkmale aufweist, die während des Transports beschädigt werden könnten. Dies unterstützt einen umfassenderen Qualitätsplan im Zusammenhang mit der Qualitätssicherung in der CNC-Bearbeitung.
Fertige Teile werden anhand des gelieferten Zustands kalkuliert, nicht nur anhand des bearbeiteten Zustands. Wenn Anforderungen an Nachbearbeitung, Prüfung, Verpackung oder Lieferung unklar sind, kann das Angebot notwendige Kosten ausschließen oder die gelieferten Teile sind nicht direkt einsatzbereit. Daher sollten vollständige technische und kommerzielle Anforderungen gemeinsam eingereicht werden.
Für eine möglichst genaue Kalkulation sollten Kunden den gesamten Fertigungsbedarf in einem Paket bereitstellen: CAD, Zeichnung, Werkstoff, Stückzahl, Oberfläche, Nachbearbeitung, Prüfung, Verpackung und Lieferziel. Dies ermöglicht es, den Bearbeitungsweg durch CNC-Bearbeitung zusammen mit allen nachgelagerten Schritten zu bewerten, sodass das Angebot die tatsächlichen Kosten und die Verantwortung für die Lieferung fertiger Teile widerspiegelt.