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Ti-3Al-8V-6Cr-4Mo-4Zr (Beta C)

Ti-3Al-8V-6Cr-4Mo-4Zr (Beta C) ist eine metastabile Beta-Titanlegierung mit ultrahoher Festigkeit, hervorragender Korrosionsbeständigkeit und sehr guter Präzisionsbearbeitbarkeit. Sie wird in der Luftfahrt, Automobilindustrie und in chemischen Anwendungen eingesetzt.

Einführung in Ti-3Al-8V-6Cr-4Mo-4Zr (Beta C)

Ti-3Al-8V-6Cr-4Mo-4Zr, allgemein als Beta-C-Titan bezeichnet, ist eine metastabile Beta-Titanlegierung, die für extrem hohe Festigkeit, hervorragende Korrosionsbeständigkeit und sehr gute Kaltumformbarkeit entwickelt wurde. Diese Legierung wird häufig in anspruchsvollen Anwendungen der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie sowie der chemischen Verfahrenstechnik eingesetzt, bei denen ein kritisches Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht sowie hohe Ermüdungsbeständigkeit erforderlich sind.

Die Kombination aus hoher Durchhärtbarkeit und hoher Bruchzähigkeit macht Beta C ideal für kundenspezifische CNC-gefräste Titanbauteile, die komplexe Geometrien, Dünnwandkonstruktionen oder präzise Bohrungen erfordern. Aufgrund der guten Wärmebehandlungsreaktion und der anspruchsvollen Zerspanbarkeit sind leistungsstarke CNC-Bearbeitungsdienstleistungen unerlässlich, um enge Toleranzen und gleichbleibende mechanische Eigenschaften der Endkomponenten zu gewährleisten.

Chemische, physikalische und mechanische Eigenschaften von Ti-3Al-8V-6Cr-4Mo-4Zr (Beta C)

Chemische Zusammensetzung (typisch)

Element

Zusammensetzungsbereich (Gew.-%)

Hauptfunktion

Titan (Ti)

Rest

Grundmetall, sorgt für Korrosionsbeständigkeit

Aluminium (Al)

2,5–3,5

Festigkeitsmodifikator der Beta-Phase

Vanadium (V)

7,0–9,0

Beta-Stabilisator und Festigkeitsbeitrag

Chrom (Cr)

5,5–6,5

Verbessert Korrosionsbeständigkeit und Beta-Stabilität

Molybdän (Mo)

3,5–4,5

Erhöht Kriechfestigkeit und Ermüdungsleistung

Zirkonium (Zr)

3,5–4,5

Verbessert Kriechfestigkeit, Festigkeit und Oxidationsbeständigkeit

Sauerstoff (O)

≤0,12

Festigkeitserhöhendes Element, beeinflusst die Duktilität

Eisen (Fe)

≤0,30

Geringe Verunreinigung

Wasserstoff (H)

≤0,015

Kontrolliert zur Vermeidung von Versprödung

Physikalische Eigenschaften

Eigenschaft

Wert (typisch)

Prüfnorm / Bedingung

Dichte

4,82 g/cm³

ASTM B311

Schmelzbereich

1600–1660 °C

ASTM E1268

Wärmeleitfähigkeit

7,0 W/m·K bei 100 °C

ASTM E1225

Elektrischer Widerstand

1,70 µΩ·m bei 20 °C

ASTM B193

Wärmeausdehnung

9,0 µm/m·°C

ASTM E228

Spezifische Wärmekapazität

550 J/kg·K bei 20 °C

ASTM E1269

Elastizitätsmodul

110 GPa

ASTM E111

Mechanische Eigenschaften (Lösungsglühen + Auslagern)

Eigenschaft

Wert (typisch)

Prüfnorm

Zugfestigkeit

1100–1400 MPa

ASTM E8/E8M

Streckgrenze (0,2 %)

1000–1300 MPa

ASTM E8/E8M

Bruchdehnung

≥8 %

ASTM E8/E8M

Härte

340–400 HB

ASTM E10

Kriechfestigkeit

Hoch

ASTM E139

Ermüdungsbeständigkeit

Ausgezeichnet

ASTM E466

Haupteigenschaften von Ti-3Al-8V-6Cr-4Mo-4Zr (Beta C)

  • Extrem hohe Festigkeit: Nach dem Auslagern erreicht Beta C Zugfestigkeiten von bis zu 1400 MPa und bietet damit Festigkeitswerte vergleichbar mit Hochleistungsstählen – bei nahezu halbem Gewicht.

  • Sehr gute Kaltumformbarkeit: Im lösungsgeglühten Zustand ist Beta C hervorragend umformbar und eignet sich für Tiefziehen und komplexe Formgebungen vor dem Auslagern.

  • Hervorragende Korrosionsbeständigkeit: Der Chrom- und Molybdängehalt verbessert die Beständigkeit in aggressiven Medien wie chloridhaltigen, sauren und oxidierenden Umgebungen – ideal für hydraulische Systeme in der Luft- und Raumfahrt und chemische Reaktoren.

  • Wärmebehandelbar zur präzisen Eigenschaftsanpassung: Das nachträgliche Auslagern (typisch 480–540 °C) ermöglicht eine gezielte Einstellung der mechanischen Eigenschaften entsprechend der Anwendung.

  • Überlegene Ermüdungs- und Bruchzähigkeit: Hohe Beständigkeit gegen Rissausbreitung unter zyklischer Belastung – ideal für hochzyklische Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt und für Struktur- und Verbindungselemente.

Herausforderungen und Lösungen bei der CNC-Bearbeitung von Beta-C-Titan

Bearbeitungsherausforderungen

  • Extrem hohe Festigkeit und Kaltverfestigung: Ausgelagertes Beta C weist eine sehr hohe Härte (>340 HB) auf, was ohne optimierte Strategien die Werkzeugbelastung und Zerspanleistung erheblich erschwert.

  • Geringe Wärmeleitfähigkeit: Mit nur 7,0 W/m·K konzentriert sich die Wärme an der Werkzeug-Span-Grenze, was zu schnellem Werkzeugverschleiß und Bauteilverzug führen kann.

  • Abrasivität und Aufbauschneidenbildung: Beta C neigt zur Bildung adhäsiver Späne, während karbidbildende Elemente den Schneidkantenverschleiß erhöhen.

  • Maßhaltigkeit: Aufgrund hoher Rückfederung und elastischer Rückverformung erfordern dünnwandige Beta-C-Bauteile präzise Spannkonzepte und Bahnkorrekturen.

Optimierte Bearbeitungsstrategien

Werkzeugauswahl

Parameter

Empfehlung

Begründung

Werkzeugmaterial

Hartmetall (K-Sorte), CBN für Schlichtbearbeitung

Hält Schneidkanten bei extrem hochfesten Legierungen stabil

Beschichtung

AlTiN oder TiAlSiN PVD (≥4 µm)

Reduziert Wärmeaufbau und Haftneigung

Geometrie

Scharfe Schneide, niedriger Drallwinkel

Minimiert Aufbauschneiden und verbessert Spanfluss

Schnittgeschwindigkeit

20–50 m/min (Schruppen), 50–80 m/min (Schlichten)

Kontrolliert Wärmeentwicklung und Werkzeugstandzeit

Vorschub

0,08–0,20 mm/U

Gewährleistet ausreichende Spandicke und verhindert Glanzschneiden

Kühlmittel

Hochdruckemulsion (≥100 bar)

Sorgt für Spanabfuhr und thermische Stabilität

Ti-3Al-8V-6Cr-4Mo-4Zr (Beta C) Schnittparameter (ISO-3685-konform)

Operation

Geschwindigkeit (m/min)

Vorschub (mm/U)

Schnitttiefe (mm)

Kühlmitteldruck (bar)

Schruppen

20–30

0,15–0,20

1,5–2,5

80–100 (durch Werkzeug)

Schlichten

50–80

0,05–0,10

0,2–0,5

100–150

Oberflächenbehandlung für Beta-C-Titanbauteile

Heißisostatisches Pressen (HIP) beseitigt Restporosität und erhöht die Ermüdungslebensdauer, insbesondere bei Bauteilen unter Druck- und Vibrationsbelastung.

Wärmebehandlung ermöglicht das Auslagern bei 500–550 °C über 4–8 Stunden zur Erhöhung der Streckgrenze und gezielten Einstellung der Duktilität.

Superlegierungs-Schweißen mit passendem Beta-Titan-Zusatzwerkstoff gewährleistet die Schweißnahtintegrität bei Erhalt der Phasenbalance und Festigkeit.

Thermische Barrierebeschichtung (TBC) schützt Beta-C-Bauteile in Triebwerks- und Chemieumgebungen mit Betriebstemperaturen >600 °C.

CNC-Bearbeitung ermöglicht die engen Toleranzen und komplexen Geometrien, die in der Luft- und Raumfahrt oder in Hydrauliksystemen erforderlich sind.

Funkenerosion (EDM) ist entscheidend für die Herstellung feiner Strukturen und hochpräziser Bohrungen in ausgelagerten Beta-C-Bauteilen.

Tieflochbohren gewährleistet eine Geradheit der Bohrung von <0,3 mm/m und eine Innenrauheit Ra ≤ 1,6 µm bei Hochdruck-Hydraulikanwendungen.

Werkstoffprüfung umfasst Gefügeuntersuchungen, Phasenanalyse (XRD), Ultraschallprüfung sowie Zugversuche zur Sicherstellung der vollständigen mechanischen Konformität.

Materialprüfung und Analyse

Beta C wird durch Zugversuche (Raumtemperatur und erhöhte Temperatur), Bruchzähigkeitsprüfungen sowie SEM-/XRD-Analysen verifiziert, um Gefügekonsistenz und Auslagerungsverhalten zu bewerten.

Industrieanwendungen von Ti-3Al-8V-6Cr-4Mo-4Zr (Beta C)

  • Luft- und Raumfahrt: Einsatz in Verbindungselementen, Aktuatoren und Hydraulikleitungssystemen aufgrund des hohen Festigkeits-Gewichts-Verhältnisses und der hervorragenden Ermüdungsleistung.

  • Chemische Verfahrenstechnik: Geeignet für Ventile, Druckbehälter und Autoklaven im Umgang mit Chloriden, Säuren und Oxidationsmitteln.

  • Automobilindustrie: Verwendung in Hochleistungs-Fahrwerks- und Antriebskomponenten, bei denen Steifigkeit und Gewichtsreduzierung entscheidend sind.

  • Medizintechnik: Ideal für strukturelle Implantate und chirurgische Instrumente mit hoher Ermüdungsfestigkeit und Biokompatibilität.

  • Energieerzeugung: Einsatz in Verdichterschaufeln, Kraftstoffsystem-Verbindern und druckkritischen rotierenden Bauteilen.

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