Aus ingenieurtechnischer Sicht ist ein effektives Wärmemanagement in Hochleistungs-LED-Leuchten unverzichtbar, um eine lange Lebensdauer, konstante Lichtleistung und Farbkonstanz zu gewährleisten. Die entscheidenden Parameter bilden eine Kette thermischer Widerstände vom LED-Übergang bis zur Umgebung. Wenn auch nur ein Glied dieser Kette nicht optimiert wird, kann dies zu gravierenden Leistungseinbußen führen.
Das Kernprinzip der thermischen Konstruktion besteht in der Kontrolle des Wärmeflusses, der durch den Wärmewiderstand (Rθ) beschrieben wird. Der gesamte Systemwiderstand, Rθ-JA (Junction-to-Ambient), ist die Summe aller in Reihe geschalteten Widerstände. Wichtige Parameter sind:
Rθ-JC (Übergang–Gehäuse): Eine intrinsische Eigenschaft des LED-Gehäuses, die vom Hersteller angegeben wird. Ein niedriger Wert weist auf ein effizienteres Gehäuse hin, das Wärme vom Halbleiterübergang zur Gehäusebasis oder thermischen Kontaktfläche besser ableitet.
Rθ-CS (Gehäuse–Kühlkörper): Dieser Widerstand wird hauptsächlich durch das Wärmeschnittstellenmaterial (TIM) bestimmt. Wichtige Parameter sind Wärmeleitfähigkeit (W/m·K), Dicke und Luftblasenanteil. Eine dünne, gleichmäßige Schicht ist entscheidend. Hochleistungsmaterialien, wie sie in der Automobilindustrie verwendet werden, sind oft erforderlich.
Rθ-SA (Kühlkörper–Umgebung): Dieser Widerstand beschreibt die Wärmeabgabe des Kühlkörpers an die Umgebung und ist der konstruktiv anspruchsvollste Parameter.
Die Leistung eines Kühlkörpers hängt von Material, Geometrie und Kühlmethode ab. Zentrale Parameter sind:
Wärmeleitfähigkeit des Materials: Aluminiumlegierungen (z. B. Aluminium 6061) sind Standard, da sie eine gute Wärmeleitfähigkeit, Bearbeitbarkeit und Kosteneffizienz bieten. Für extreme Anwendungen werden Kupfer oder spezielle Verbundwerkstoffe eingesetzt. Die Materialwahl erfordert oft einen Kompromiss, der durch Wärmebehandlung optimiert wird.
Oberfläche und Finnengeometrie: Die gesamte Oberfläche, Finnenanzahl, -höhe und -dicke bestimmen die Wärmeabgabe durch Konvektion. Das Design wird häufig für natürliche oder erzwungene Konvektion optimiert, was den Finnenabstand beeinflusst.
Kühlmethode:
Natürliche Konvektion: Nutzt den durch Auftrieb erzeugten Luftstrom. Wichtige Faktoren sind die Ausrichtung der Leuchte und ausreichender Freiraum für ungehinderten Luftstrom.
Erzwungene Konvektion: Nutzt Lüfter. Wichtige Parameter sind der Luftdurchsatz (CFM oder m³/s), der statische Druck und der Strömungswiderstand des Systems.
Das Design muss reale Betriebsbedingungen berücksichtigen:
Maximale Übergangstemperatur (TJ-Max): Die höchste Temperatur, die der LED-Halbleiter verträgt (typisch 150 °C). Ein gängiges Designziel ist, TJ im Dauerbetrieb unter 110–120 °C zu halten, um die Lebensdauer zu verlängern.
Umgebungstemperatur (TA): Die höchste zu erwartende Lufttemperatur am Einsatzort (z. B. 40 °C, 50 °C oder mehr bei industriellen Anwendungen).
Eingangsleistung und Wärmeabgabe: Die abzuführende Wärme entspricht nicht der gesamten elektrischen Leistung, sondern dem Anteil, der nicht in Licht umgewandelt wird – bei modernen LEDs etwa 70–85 % der Gesamtleistung.
Die Umsetzung des thermischen Designs hängt maßgeblich von der Fertigung ab. CNC-Bearbeitung ermöglicht die Herstellung komplexer, hochpräziser Kühlkörper aus massiven Aluminium- oder Kupferblöcken mit exzellenten Wärmeleitpfaden. Für die Serienfertigung sind CNC-Prototypenfertigung und Verfahren wie Aluminium-CNC-Bearbeitung entscheidend, um die thermische Leistung vor der Massenproduktion zu validieren. Darüber hinaus verbessert das CNC-Aluminium-Anodisieren die Emissivität der Oberfläche für eine bessere Wärmeabstrahlung und bietet zusätzlichen Korrosionsschutz.
Wärmemanagement darf kein nachträglicher Gedanke sein. Es muss von Anfang an in den Entwicklungsprozess integriert werden. Mit Computational Fluid Dynamics (CFD) werden thermische Simulationen durchgeführt, um das Design zu optimieren, bevor physische Prototypen gefertigt werden. Diese Prototypen – gefertigt durch Rapid Molding für Gehäuse oder präzise CNC-Bearbeitung für den Kühlkörper – werden anschließend in Klimakammern unter verschiedenen Umgebungsbedingungen und Lasten getestet. So wird sichergestellt, dass das Endprodukt – ob für Konsumgüter oder industrielle Anwendungen – seine Lebensdauer- und Leistungsziele zuverlässig erreicht.