Inconel 751 ist eine ausscheidungshärtbare Nickel-Chrom-Superlegierung, die speziell für Hochtemperaturanwendungen in Luftfahrt- sowie Automobilmotor-Komponenten entwickelt wurde. Die Legierung baut auf der bewährten Basis von Inconel 600 auf, wird jedoch durch Zusätze von Titan und Aluminium verstärkt, die feine γ′-Ausscheidungen bilden und so die Warmfestigkeit bis zu 871 °C (1600 °F) deutlich erhöhen.
Inconel 751 bietet eine sehr gute Oxidationsbeständigkeit, gute Zeitstandfestigkeit (Creep-Rupture) sowie ein zuverlässiges Verhalten bei Thermoermüdung. Dank guter Schweiß- und Schmiedbarkeit eignet es sich für Bauteile wie Auslassventile, Turbolader-Rotoren und Turbinenkomponenten. CNC-Bearbeitung ist entscheidend, um enge Toleranzen und funktionskritische Oberflächenqualitäten an Hochleistungsbauteilen zu erreichen.
Inconel 751 (UNS N07751 / ASTM B637) wird typischerweise warmgewalzt, lösungsgeglüht und ausscheidungsgehärtet geliefert – für Luftfahrt, Energie sowie Hochtemperatur-Anwendungen in der Automobilindustrie.
Element | Zusammensetzungsbereich (Gew.-%) | Hauptfunktion |
|---|---|---|
Nickel (Ni) | ≥70,0 | Grundlegierung für Warmfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit |
Chrom (Cr) | 14,0–17,0 | Oxidations- und Korrosionsbeständigkeit |
Eisen (Fe) | ≤6,0 | Stützt die Gefügematrix |
Titan (Ti) | 2,0–2,6 | Bildet γ′-Ausscheidungen zur Erhöhung der Warmfestigkeit |
Aluminium (Al) | 0,90–1,50 | Trägt zur γ′-Phasenverfestigung bei |
Kohlenstoff (C) | ≤0,08 | Verbessert Kriechfestigkeit und Karbidstabilität |
Mangan (Mn) | ≤1,0 | Verbessert Warmumformbarkeit |
Silizium (Si) | ≤1,0 | Unterstützt Oxidationsbeständigkeit |
Kupfer (Cu) | ≤0,5 | Kontrolliert, um Phaseninstabilität zu vermeiden |
Schwefel (S) | ≤0,015 | Minimiert zur Verbesserung der Schweißbarkeit und Warmduktilität |
Eigenschaft | Wert (typisch) | Prüfnorm/Bedingung |
|---|---|---|
Dichte | 8,22 g/cm³ | ASTM B311 |
Schmelzbereich | 1320–1380 °C | ASTM E1268 |
Wärmeleitfähigkeit | 11,0 W/m·K bei 100 °C | ASTM E1225 |
Elektrischer Widerstand | 1,10 µΩ·m bei 20 °C | ASTM B193 |
Wärmeausdehnung | 13,3 µm/m·°C (20–1000 °C) | ASTM E228 |
Spezifische Wärmekapazität | 430 J/kg·K bei 20 °C | ASTM E1269 |
Elastizitätsmodul | 200 GPa bei 20 °C | ASTM E111 |
Eigenschaft | Wert (typisch) | Prüfnorm |
|---|---|---|
Zugfestigkeit | 930–1080 MPa | ASTM E8/E8M |
Streckgrenze (0,2 %) | 720–860 MPa | ASTM E8/E8M |
Bruchdehnung | ≥15 % (Messlänge 25 mm) | ASTM E8/E8M |
Härte | 250–320 HB | ASTM E10 |
Kriechbruchfestigkeit | ≥120 MPa @ 760 °C, 1000 h | ASTM E139 |
Ausscheidungshärtung: γ′-Bildung durch Ti und Al ermöglicht hohe Zugfestigkeit und Kriechbeständigkeit bis 871 °C.
Oxidations- und Zunderbeständigkeit: Stabile Oxidschichten bilden sich bei langer Wärmeexposition und schützen vor Werkstoffabbau.
Ermüdungs- und Thermoschockbeständigkeit: Zuverlässige Performance in zyklischen Temperaturfeldern, z. B. in Verbrennungszonen von Motoren.
Gute Zerspanbarkeit nach dem Auslagern: Ermöglicht CNC-Schlichten von Ventilsitzen, Wellen und Dichtflächen auf präzise Maße und feine Oberflächen (Ra ≤ 0,8 µm).
Inconel 751 neigt zu schneller Kaltverfestigung, besonders bei niedrigem Vorschub oder wiederholten Zustellungen – stabile Vorschübe und scharfe Werkzeuge sind erforderlich.
Geringe Wärmeleitfähigkeit verursacht hohe Temperaturspitzen an der Schneide, was Kolkverschleiß, plastische Verformung und Maßdrift begünstigt.
Titan- und Nickelanteile können Aufbauschneiden und Oberflächenaufreißen verursachen, wenn Schmierung oder Schneidkantenpräparation unzureichend ist.
Parameter | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
Werkzeugwerkstoff | PVD-beschichtetes Hartmetall oder CBN-Einsätze | Hält Schneidkantenstabilität und Temperaturbeständigkeit |
Beschichtung | TiAlN oder AlCrN (3–5 µm) | Reduziert thermischen Verschleiß und Adhäsionsneigung |
Geometrie | Positiver Spanwinkel (8–12°), verrundete Schneiden | Senkt Schnittkräfte und verbessert Spanabfuhr |
Operation | Geschwindigkeit (m/min) | Vorschub (mm/U) | Schnitttiefe (mm) | Kühlschmierstoffdruck (bar) |
|---|---|---|---|---|
Schruppen | 25–35 | 0,20–0,30 | 2,0–3,0 | 70–100 |
Schlichten | 40–60 | 0,05–0,10 | 0,5–1,0 | 100–150 |
HIP verbessert Ermüdungs- und Kriechfestigkeit durch das Schließen innerer Poren – besonders wichtig für Ventil- und Turbinenkomponenten mit hohen Sicherheitsanforderungen.
Wärmebehandlung umfasst Lösungsglühen und Auslagern bei 760–790 °C, um eine maximale γ′-Ausscheidung und Maßstabilität zu erreichen.
Schweißen von Superlegierungen erfordert aufgrund des Ti- und Al-Gehalts eine eng kontrollierte Prozessführung. Für strukturelle Verbindungen wird WIG-Schweißen mit anschließender Wärmebehandlung empfohlen.
TBC-Beschichtung bietet thermischen Schutz (125–200 µm YSZ), wodurch die Bauteillebensdauer in Turbinen- oder Ventil-Abgasumgebungen verlängert wird.
EDM ermöglicht die Präzisionsbearbeitung kleiner Merkmale, Gewinde und scharfer Konturen mit Toleranzen bis ±0,01 mm.
Tieflochbohren wird für Ölkanäle und Kühlbohrungen mit L/D ≥ 40:1 eingesetzt, z. B. in Ventilschäften oder Turbinenwellen.
Werkstoffprüfung umfasst Zug-, Kriech-, Mikrohärte- und Ultraschallprüfungen zur Verifikation von ASTM B637 sowie anwendungsspezifischen Spezifikationen.
Auslassventile, Turbinenscheiben und Flammenhalter.
Beständig gegen langzeitige Exposition gegenüber Heißgasen und Thermozyklierung bei 800 °C+.
Einlass-/Auslassventile, Turbolader-Rotoren, Ventilführungen.
Hohe Warmfestigkeit und Verschleißbeständigkeit unter extremen Motorlasten.
Ventilkörper in Heißzonen sowie Lagergehäuse in Gasturbinen.
Lange Standzeiten bei thermischer Zyklierung.
Bauteile in oxidierenden und aufkohlenden Atmosphären.
Erhält mechanische Integrität bei Langzeitbeanspruchung in korrosiven Heißgasumgebungen.